Bagamoyo

Bagamoyo

Meer & Strand

Unsere Strandlage ermöglicht einfache Wanderungen nach Süden zum zentral gelegenen Fischmarkt oder Norden bis zu den stillen Mangrovenwäldern. Bei Ebbe können Sie Spaziergänge am Strand und zu der nahe gelegen Sandbank machen, wunderschöne Muscheln sammeln, den Fischern beim Einziehen der Netze zuschauen oder die kunstvolle Bauart der vorbeiziehenden Dhaus (traditionelle Segelboote) bewundern. Die Dhau-Segelboote mit ihren großen, trapezförmigen Segeln werden am Strand und in Bagamoyo noch auf traditionelle Weise gefertigt.

Ausflüge

Auf Wunsch können Rundtouren und Schnorcheltrips zu den bezaubernden umliegenden Inseln, Sandbänken und Korallenriffs organisiert werden. Wir kennen und lieben die Umgebung und stehen Ihnen jederzeit gerne mit Tipps und Anregungen zu touristischen und sportlichen Aktivitäten zur Verfügung.

Historische Gebäude

Das Boma wurde als Residenz des deutschen Gouverneurs erbaut und war seit seiner Fertigstellung 1897 das Hauptquatier der deutschen Kolonialverwaltung. Später diente das Gebäude als Sitz des Distriktvorstehers.
Das Customs House (Zollhaus) wurde 1895 von Sewa Haji erbaut und an die Deutschen vermietet.
In der Kavanserai, einer ehemaligen Pension für reiche Handelsleute, wurden die Vorbereitungen für Karawanen ins Landesinnere getroffen. Heute befindet sich in dem Gebäude ein sehr informatives Museum, das sich u.a. mit der Bedeutung Bagamoyos für den Sklavenhandel auseinandersetzt und diesbezügliche Artefakte ausstellt.
Das Alte Bagamoyo Teehaus ist das wohl älteste Gebäude Bagamoyos und wurde 1860 von Abdallah Marhabi erbaut.
Das zweistöckige Liku-Haus war das erste Verwaltungshauptquartier der Deutschen in den Jahren 1888-1897. 1889 wohnte hier Emin Pasha.

Deutscher Friedhof

Einige der Gräber des gut instand gehaltenen Friedhofes stammen noch aus den Jahren 1889/1990 von Deutschen, welche größtenteils während der Revolte Bushiris umkamen.

Bagamoyo Art College (Kunstschule)

Das 1981 gegründete Art College (Chuo cha Sanaa) ist heute die renommierteste Kunstschule Ostafrikas. Hier werden Theater, Tanz und Malerei gelehrt. Das Spektrum der Fächer reicht von traditionellem tanzanischem Trommeln, Tanz und musikalischer Improvisation über Bildhauerei, Schnitzkunst und Malerei bis zu Bühnenregie und Instrumentenbau. Die meisten Studenten sind Tanzanier, doch wird die Schule auch zunehmend von Studierenden aus Europa und Amerika besucht. An den meisten Wochenenden geben die Studenten und Tänzer Vorstellungen mit Musik, Tanz und Theater. Das jährliche Arts Festival Ende September/Anfang Oktober zieht zunehmend Künstler aus ganz Ostafrika an und bietet dem internationalen Publikum eine Vielzahl an Ausstellungen, Workshops und Perfomances an.

Fischmarkt

Der Fischmarkt ist ein Zentrum kommerzieller Aktivität in Bagamoyo: Hier kommen die Fischer mit ihren Fängen an, auf den Steintischen im überdachten Markt oder am Strand werden die Fische präsentiert und es wird lebhaft gehandelt.

First Church, Holy Ghost Mission (Mission des Heiligen Geistes)

Die 1887 errichtete ‚Statue des heiligen Herzens’ steht vor dem 1873 erbauten dreistöckigen Fathers’ House. Hinter dem Fathers’ House befindet sich die First Church, die erste Kirche Ostafrikas, mit deren Bau 1872 begonnen wurde. Hierher wurde im Februar 1874 der Körper des Mediziners und Missionars David Livingstone gebracht, nachdem seine afrikanischen Gefährten, Sisi und Chuma, den Toten über 1.500 Kilometer von Ujiji aus nach Bagamoyo getragen hatten. Andere bekannte Besucher der Kirche waren Stanley, Burton, Speke, Grant, Peters, Wissmann und Emin Pascha. Von Livingstone’s Kirche aus führt der Mango Tree Drive, eine schattige Allee, die 1871 als Zufahrt zur Mission erstellt wurde, nordwestlich ins Landesinnere.

Neue Kirche

Die aus Korallensteinen erbaute Neue Kirche wurde 1910-1914 errichtet.
Im Schwesterngebäude befindet sich das Missionsmuseum mit Relikten und Photographien aus der Zeit des Sklavenhandels.

Kaole-Ruinen

Etwa 5 km südlich von Bagamoyo und dem BCC im heutigen Dorf Kaole befinden sich die Kaole-Ruinen. Die Ruinen einer alten Shirazi-Handelsstadt aus dem 13.-17. Jahrhundert umfassen zwei Moscheen und etwa 30 Grabmäler. Sie können besichtigt werden, wobei die Führung und der Besuch des kleinen Museums im Eintrittspreis mit inbegriffen ist.

GESCHICHTE & WISSENSWERTES

Bagamoyo ist heute eine ruhige, langsam wachsende Kleinstadt mit etwa 30.000 Einwohnern, die hauptsächlich von Fischfang, Handel und Subsistenzwirtschaft leben. Doch die Stadt hat eine lange und bewegte Geschichte, die sie zu einem der faszinierenderen Orte Ostafrikas macht.

Bagamoyo wurde mit dem Eintreffen der ersten, aus Persien stammenden Shirazi-Siedler im 8. Jahrhundert gegründet und ist damit Tanzanias älteste Stadt. Die etwa fünf Kilometer von der Stadt entfernten, zum Teil noch aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kaole-Ruinen zeugen von islamischen Einflüssen und der Baukunst der frühen Siedler der Gegend.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts blieb Bagamoyo ein relativ unbedeutender Handelsort mit einer Bevölkerung aus Fischern und Kleinbauern, die zudem mit Kokosöl, Baumharzen und Salz aus den 3 km nördlich gelegenen Salinen handelten. Der Ort profitierte zunehmend von der günstigen Lage als nächster Festlandhafen zu Sansibar, was dazu führte, dass Bagamoyo allmählich zum Zentrum für Karawanen aus dem Landesinneren und zum wichtigsten ostafrikanischen Handelsort für Sklaven und Elfenbein wurde. Von hieraus verlief der Sklaventreck ins Landesinnere, der sich 1.500 km ins Landesinnere erstreckte und in Ujiji am Tanganjika-See endete.

Trotz der offiziellen Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1873 wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts in Bagamoyo weiterhin mit Sklaven gehandelt. Der heutige Namen der Siedlung, Bagamoyo – oder ‚leg nieder dein Herz’, wie die deutsche Übersetzung aus dem Kiswahili lautet – rührt laut verschiedener Quellen daher, dass die auf Dhaus nach Sansibar verschifften Sklaven ihre Heimat von diesem Ort aus für immer verließen.

1868 wurde durch die ‚Väter des Heiligen Geistes’ die erste katholische Missionsstation in Ostafrika im Norden Bagamoyos errichtet. Sie diente zunächst als Zufluchtsort für der Sklaverei entkommene Kinder. Wenig später entstanden eine Kirche, eine Schule, Werkstätten und landwirtschaftliche Einrichtungen.

Berühmtheit erlangte Bagamoyo als Ausgangspunkt für Expeditionen europäischer Forscher und Missionare wie David Livingstone. Von Bagamoyo aus gingen Richard F. Burton und John H. Speke auf die Suche nach den Quellen des Nils, und auch Henry M. Stanley hielt sich auf seinen Reisen hier auf.

Die Deutsche Ostafrikagesellschaft schloss 1888 einen Vertrag mit dem Sultan von Sansibar, welcher der Gesellschaft die Zolleintreibung erlaubte. Als die Deutschen begannen, die Autorität des Sultans in Frage zu stellen, Land in Besitz zu nehmen und gegen die Interessen der Einheimischen zu handeln, kam es zu einer Rebellion unter dem für seinen Widerstand gegen die Deutschen bekannten Bushiri bin Salim al-Harthi. Nach anfänglichen Erfolgen wurde Bushiris Truppe schließlich von deutschen Infanterie- und Marinetruppen unter Herrmann von Wissmann geschlagen und ihre Führer hingerichtet.

1890 kauft die deutsche Regierung dem Sultan die Rechte für die Küstenregion für 4 Millionen Mark ab, und 1891 wurde Deutsch-Ostafrika offiziell zur Kolonie mit der Hauptstadt Dar es Salaam. Es folgte eine Phase reger Bautätigkeit im nahe gelegenen Bagamoyo, wo die deutsche Verwaltung untergebracht war, sowie eine weitere Ausweitung des Handels und die Einwanderung weiterer Europäer und Asiaten.

Nach der Übergabe Tansanias als Völkerbunds-Mandat an Großbritannien Ende des 1. Weltkrieges begann Bagamoyo als Handelsknotenpunkt an Bedeutung zu verlieren. Der Hafen erwies sich für größere Dampfschiffe als zu flach, eine Eisenbahnverbindung zum Hafen der Stadt wurde nie gebaut, und erst vor einigen Jahren wurde die Dar es Salam-Bagamoyo Verbindungsstraße asphaltiert.

Heute befinden sich Bagamoyos Handel, Gewerbe und Tourismus, nicht zuletzt aufgrund der neuen Straße, wieder im Aufschwung. Zum Glück hat sich die Stadt den authentischen Charme eines geschichtsträchtigen Fischer- und Bauernortes bewahrt. Bagamoyo ist mittlerweile als Teil eines neuen UNESCO-Weltkulturerbes ‚Ostafrikanische Sklavenroute’ nominiert.